Longmorn 23 Jahre Single Malt Whisky

Charakter
Der 23 Jahre alte Longmorn zählt zu den älteren, seltener anzutreffenden Abfüllungen dieser vor allem bei Kennern geschätzten, aber wenig bekannten Speyside-Destillerie, deren Malt traditionell stark in Blends wie Chivas Regal einfließt.
Geschmack
Die Nase zeigt sanfte Süße mit Honig, Haselnuss, Karamell und Milchschokolade neben geschmorter Birne, Pfirsichkonserve und reifer Aprikose sowie tropischen Anklängen von Mango und Banane. Am Gaumen zeigt sich eine cremige, vollmundige Textur mit Zitrus- und Kernobst, Ingwer und Piment über einer Basis aus Toffee und Fudge. Der lange, mild gewürzte Abgang bringt Honig, Orange und süßes Eichenholz.
Destillerie, Region SpeysideLongmorn
Die Longmorn Distillery steht im Dorf Longmorn, rund vier Kilometer südlich von Elgin in Moray. John Duff gründete sie 1894; die erste Betriebsphase fiel jedoch in die schwierige Whiskykrise, sodass Longmorn bereits 1898 wieder stillstand. 1900 nahm die Anlage den Betrieb erneut auf. Der Standort im Speyside-Gebiet verbindet die Brennerei mit einer Region, deren Wasserläufe, Gerste und traditionelles Lagerwesen die schottische Malt-Produktion nachhaltig geprägt haben. Im 20. Jahrhundert wechselten die Besitzverhältnisse mehrfach. Longmorn kam 1970 zu Seagram und gehört seit der Übernahme von Chivas Brothers durch Pernod Ricard im Jahr 2001 zu diesem französischen Spirituosenkonzern. Der Whisky wurde lange vor allem als Bestandteil von Blends eingesetzt; heute wird er auch als eigener Single Malt angeboten. Die Brennerei arbeitet mit kupfernen Pot Stills und reift ihre Destillate in unterschiedlichen Eichenfässern, wobei konkrete Fasskombinationen von der jeweiligen Abfüllung abhängen. Longmorn ist kein reguläres öffentliches Besucherzentrum mit ständigem Tourbetrieb. Die Marke präsentiert ein begrenztes Sortiment, darunter altersdefinierte und speziell fassgereifte Abfüllungen, während ein erheblicher Teil der Produktion weiterhin in den Konzernkontext von Chivas Brothers gehört. Beschreibungen betonen häufig einen kräftigen, malzigen und fruchtigen Speyside-Charakter; solche Verkostungsnotizen beziehen sich auf einzelne Batches und ersetzen nicht die Angaben des Etiketts. Besucher sollten Zugang und Termine vorab beim Betreiber klären.