Alkoholsteuer 2027: Was die geplante Erhöhung für den Whisky-Kauf bedeutet

Die Bundesregierung plant, die Alkoholsteuer auf Spirituosen ab 2027 um 20 Prozent zu erhöhen. Grund ist die angespannte Haushaltslage des Bundes. Das betrifft auch Whisky. Hier erfährst du den aktuellen Stand, wie die Steuer berechnet wird und was das für deinen nächsten Flaschenkauf bedeuten könnte.
Aktuell gilt ein Steuersatz von 13,03 Euro je Liter Alkohol
Auf Spirituosen erhebt Deutschland eine eigene Steuer, die Alkoholsteuer. Sie liegt aktuell bei 13,03 Euro je Liter reinen Alkohols (§ 2 Alkoholsteuergesetz) und gilt unabhängig vom Verkaufspreis der Flasche. Dazu kommen wie bei jedem anderen Produkt 19 Prozent Umsatzsteuer.
Die Erhöhung soll am 1. Januar 2027 kommen
Der Steuersatz soll von 13,03 auf 15,64 Euro je Liter steigen, ein Plus von 20 Prozent. Sie ist Teil des Haushaltsbegleitgesetzes 2027. Die Bundesregierung hat den Entwurf am 7. September 2026 in den Bundestag eingebracht (Drucksache 21/7860). Am 12. Oktober 2026 findet dazu eine öffentliche Anhörung im Haushaltsausschuss statt. Bundestag und Bundesrat beraten den Entwurf noch. Gleichzeitig sollen die Steuern auf Schaumwein, Zwischenerzeugnisse wie Portwein und Alkopops ebenfalls um 20 Prozent steigen. Bier und Wein bleiben unverändert. Der Bund rechnet mit Mehreinnahmen von 380 Millionen Euro im Jahr 2027 und 455 Millionen Euro pro Jahr ab 2028.
So wird die Steuer berechnet
Die Alkoholsteuer hängt nur von der Menge des enthaltenen Alkohols ab, nicht vom Preis der Flasche: Alkoholsteuer = Flaschengröße in Litern × Alkoholgehalt × Steuersatz Ein Beispiel: Eine 0,7-Liter-Flasche mit 40 Prozent Alkohol enthält 0,28 Liter reinen Alkohol. Heute ergibt das 3,65 Euro Steuer, mit dem geplanten Satz wären es 4,38 Euro. Mit Umsatzsteuer steigt der Betrag von 4,34 auf 5,21 Euro. Die gleiche Formel gilt für jede Spirituose, unabhängig von der Kategorie.
Beispielrechnungen: So viel teurer könnten Flaschen werden
Die Tabelle vergleicht zwei Alkoholgehalte (40 % und 50 %) jeweils bei zwei Beispielpreisen (40 € und 80 €), die Steuer jeweils inklusive Umsatzsteuer. Die Beispielpreise sind frei gewählt und gehen davon aus, dass der Handel die Erhöhung vollständig weitergibt, was nicht sicher ist.
| Alkoholgehalt | Steuer heute | Steuer ab 2027 | Preis heute | Preis ab 2027 |
|---|---|---|---|---|
| 40 % | 4,34 € | 5,21 € | 40 € | 40,87 € |
| 40 % | 4,34 € | 5,21 € | 80 € | 80,87 € |
| 50 % | 5,43 € | 6,51 € | 40 € | 41,09 € |
| 50 % | 5,43 € | 6,51 € | 80 € | 81,09 € |
Der Aufschlag hängt nur vom Alkoholgehalt ab, nicht vom Preis: 0,87 Euro bei 40 Prozent, 1,09 Euro bei 50 Prozent. Bei der günstigeren 40-Euro-Flasche macht sich das prozentual stärker bemerkbar als bei der 80-Euro-Flasche.
Exkurs Großbritannien: Dort ist die Steuer schon viel höher
In Großbritannien gilt für Spirituosen über 22 Prozent Alkohol seit Februar 2026 ein Satz von 33,99 Pfund je Liter reinen Alkohols, umgerechnet rund 39,60 Euro (Wechselkurs Mitte September 2026, GOV.UK). Hinzu kommen 20 Prozent Mehrwertsteuer (GOV.UK). Für eine 0,7-Liter-Flasche mit 40 Prozent sind das rund 11 Euro Alkoholsteuer, in Deutschland aktuell nur 3,65 Euro. Das merkt ihr auch, wenn ihr in Schottland seid: dort kosten Whiskys in Läden und in den Shops der Destillerien oft deutlich mehr als in Deutschland. Schaut euch z.B. einmal die Preise auf dem Foto an - direkt beim Hersteller.

Was das für deinen Einkauf bedeutet
Von der Erhöhung sind alle Käuferinnen und Käufer von Spirituosen ab 15 Volumenprozent betroffen, nicht nur Whisky. Bleibt der Entwurf unverändert, enthält eine Flasche ab 2027 je nach Alkoholgehalt rund 0,90 bis 1,10 Euro mehr Steuer. Ob und wann sich das im Regalpreis zeigt, hängt vom weiteren Gesetzgebungsverfahren und von den Händlern ab. Lange Rede: die Preiserhöhungen erscheinen mir moderat, gerade bei einem eher hochpreisigen Produkt wir schottischem Whisky.